interdependencies

Fr 08.11.2019, 21:00 Uhr

Robyn Schulkowsky: Schlagwerk, Gebrüder Teichmann: Live Elektronik, Ramsha Shakeel: Gitarre, Max/MSP

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Wer wurde je Zeuge der Geburt einer Sprache? Robyn Schulkowsky, die Gebrüder Teichmann und Ramsha Shakeel laden bei ihrem Konzert in Hamburg dazu ein: Sie sind gemeinsam auf der Suche nach einer neuen Form der Kommunikation.

Schulkowsky ist eine der renommiertesten Akteurinnen der zeitgenössischen Musik. Sie hat als Perkussionistin mit John Cage und Morton Feldman ebenso gearbeitet wie mit klassischen Ensembles und Jazz-Avantgardisten. Die Brüder Andi und Hannes Teichmann sind verwurzelt in der internationalen Clubkultur, die sie das Denken in Strukturen und Konzepten gelehrt hat, aber auch die Verbindung unterschiedlicher Traditionen. Ihr Instrumentarium ist Techno, ihre Methode das Experiment, Ziel ist der Aufbruch ins Unerhörte.

Bei ihrem Konzert im November 2019 wird die Gitarristin und Computermusikerin Ramsha Shakeel das Vokabular von Schulkowsky / Teichmann zusätzlich erweitern. Der Auftritt im resonanzraum wird zur Begegnung von drei Generationen und drei musikalischen Welten: Akustik und Improvisation, Hardware-Elektronik und Sequencing, digitale Prozesse und Synergismus. So entsteht eine dreidimensionale Musik, die das Nebeneinanderher vieler Crossover-Projekte überwindet. Sie ist gleichberechtigt, ineinander verwoben, sich gegenseitig bedingend.

Robyn Schulkowsky, die Gebrüder Teichmann und Ramsha Shakeel erforschen damit einen Ort für musikalischen und sozialen Austausch, der sich von Szene- und Genre-bedingten Codes lossagt. Geschlossene Räume werden geöffnet und transzendiert. Systeme hinterfragt, um neue zu erproben. Mit Parametern wie dem strengen Regime des Metrums wird gebrochen, um Rhythmus und Klang in freies Territorium zu überführen. So entsteht in einem kollektiven Akt eine Musik, die sich von falschen Gegensätzen (Improvisation vs. Komposition, Konzertsaal vs. Club) verabschiedet. Sie wird durchlässig und bleibt zugleich doch ungemein handfest.

In der Sprache von Schulkowsky / Teichmann gibt es einen Begriff dafür: Interdependencies. Er klingt nach einem musikalischen Abenteuer, auf das man sich bedingungslos einlassen kann.

Das Projekt wird gefördert von Musikfonds e.V und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.